Ken Jebsen: Profiteur der Corona-Krise

von Andreas Wehr

Man soll Ken Jebsen nicht einen Verschwörungstheoretiker nennen.[1] Denn „Verschwörungstheoretiker“ sei eine pauschale und diffamierende Zuordnung. Ersetzen wir also das Wort Verschwörung durch Geschichte. Doch wie steht es um den zweiten Teil des Begriffs, um den Theoretiker? Nach einer Definition des Begriffs Theorie ist sie „die reine Erkenntnis und das systematisch geordnete Wissen ohne Rücksicht auf seine Anwendung und seine Nutzbringung zu bestimmten Zeiten.“[2] Danach ist Ken Jebsen alles andere als ein Theoretiker. Aber das will er sicherlich auch gar nicht sein. Nennen wir ihn also einen Geschichtenerzähler.

Ken Jebsen – ein Journalist?

Ken Jebsen ist Journalist. In seinen ausführlichen Interviews mit Autoren, Politikern, Künstlern und Wissenschaftlern setzte er Maßstäbe, wie informativ und lehrreich Journalismus noch immer sein kann. Doch in seinen aktuellen Videos zur Corona-Krise spricht nicht der Journalist zu uns, sondern der Meinungsmacher, demagogisch und oft in aufputschender Sprache.[3] Aber man weiß ja, auch andere Journalisten nehmen es mit ihrem Berufsethos nicht immer genau. Wichtige Informationen werden schon mal verschwiegen, umgebogen, nicht selten wird sogar platt gelogen, sowohl in Zeitungen und Zeitschriften als auch in öffentlich-rechtlichen Medien. Warum sollte das auf der „Nachrichtenplattform KenFM“ anders sein?

Doch KenFM rechnet sich den alternativen Medien zu, und die hatten sich gegründet, um von den herrschenden Medien verschwiegenen oder sogar unterdrückten Informationen öffentlichen Raum zu geben. Da darf man eine besondere Sorgfaltspflicht bei der journalistischen Arbeit erwarten. Doch damit ist es bei KenFM nicht mehr weit her.

Nehmen wir als Beispiel Jebsens millionenfach angeschautes Video „Gates kapert Deutschland“[4] und prüfen es auf seinen Wahrheitsgehalt. Darin wird gleich zu Beginn gesagt, dass die Melinda und Bill Gates-Stiftung die Weltgesundheitsorganisation (WHO) „gekauft“ habe und sie „zu über 80 Prozent“ finanziere. Zwar erhält die WHO Zuwendungen von der Stiftung, doch sie tragen zum Haushalt der Organisation 12,3 Prozent und nicht „über 80 Prozent“ bei. Das aber ist ein Unterschied, denn wäre die WHO mit einem Förderungsanteil von „über 80 Prozent“ faktisch im Besitz der Gates-Stiftung, so würde sie von ihr beherrscht sein. Der tatsächlich 12,3 Prozent betragende Finanzierungsanteil gibt das nicht her.

Selbstredend stellt aber auch solch ein Anteil an der WHO-Finanzierung einen Skandal dar. Es darf nicht sein, dass ein schwerreicher Mensch wie Bill Gates Einfluss auf eine weltweite Organisation ausübt, die der Gesundheit der Menschheit verpflichtet ist. Doch dieses Ärgernis ist schon lange bekannt und wurde immer wieder thematisiert, etwa vom Geschäftsführer von medico international, Thomas Gebauer. Er sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „Geisel potenter Geldgeber und Spielball für Business-Interessen“ in Gefahr. Diese Kritik hat er erst kürzlich in einem Interview des Deutschlandfunks wiederholt. [5] Auch auf der Website des ZDF[6] wurde sie wiedergegeben, von Medien also, denen man - geht es nach Jebsen – grundsätzlich nicht glauben darf.

Im Begleittext des KenFM-Videos „Gates kapert Deutschland“ heißt es: „Der Lockdown der Republik wäre ohne die von Gates finanzierten 'Berater' im Hintergrund so nie über die Bühne gegangen und wird erst beendet, wenn Gates sein Go gibt.“[7] Einen Beweis dafür liefert er nicht. Hier spricht abermals der Geschichtenerzähler zu uns.          

Eine weitere Geschichte ist die von der illegalen Aussetzung oder Suspendierung der demokratischen Grundrechte in der Bundesrepublik durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie: „Der Shutdown ist ein shut up für den Bürger. Die Demokratie wurde weggesperrt und das Volk gehorcht.“[8] Ein andermal heißt es: „Grundgesetz verteilen ist verboten.“ Und Artikel acht des Grundgesetzes, das Recht auf Demonstrationsfreiheit, ist „auf unbegrenzte Zeit kassiert“. [9] All dies sind frei ausgedachte Geschichten.  

Zur Klarstellung: Das Grundgesetz enthält nicht allein nur Grundrechte, die es zu verteidigen gilt, sondern auch den Artikel 19, der ausdrücklich vorsieht, dass diese aufgrund eines Gesetzes eingeschränkt werden können.[10] Das Bundesinfektionsschutzgesetz ist ein solches Gesetz. Auf seiner Grundlage haben die für dessen Anwendung zuständigen Bundesländer die Anti-Pandemie Maßnahmen beschlossen. Bei der vorübergehenden Untersagung von Demonstrationen ging es um die Vermeidung enger Kontakte zwischen den Teilnehmern, wie sie nun einmal bei solchen Anlässen nicht zu verhindern sind. Demselben Zweck verfolgen auch die Verbote von Messen, Ausstellungen, Volksfesten, Gottesdiensten und Sportveranstaltungen mit Zuschauern. Wer dies verschweigt, und stattdessen von Unterdrückung des Demonstrationsrechts aus politischen Gründen redet, führt die Menschen hinters Licht. Im Übrigen: Dort, wo Demonstrationen mit geringer Teilnehmerzahl unter Beachtung der Kontaktbeschränkungen angemeldet wurden, wurden sie auch genehmigt.            

Die Anti-Pandemie Maßnahmen sind in einer Reihe von Verfahren vor Verwaltungs- und Verfassungsgerichten auf ihre Verhältnismäßigkeit überprüft worden. Und in so gut wie allen Fällen wurden sie bestätigt. Dies kann man kritisieren, doch das verlangt, sich mit den juristischen Einzelheiten auseinanderzusetzen. Mehrere Verfassungsrechtler haben das getan.[11] Doch bei Jebsen findet man davon nichts, könnte doch sonst sein Geschäftsmodell darunter leiden, das darin besteht, Wahrheit und Dichtung frei zu vermengen. Eine juristische Argumentation würde aber auch nicht zu seiner groben, grellen Sprache passen.

Gefragt werden muss in diesem Zusammenhang, warum sich die „Nachrichtenplattform KenFM“ nicht mit entsprechenden Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in den 200 übrigen Ländern außerhalb Deutschlands beschäftigt. Selbst ein nur flüchtiger Blick über die Grenzen hinweg hätte genügt, um zu erkennen, dass die Einschränkungen von Freiheitsrechten - etwa in Belgien, Dänemark, Frankreich, Italien, Österreich Polen und Spanien, um hier nur einige europäische Länder zu nennen – sehr viel weiter als in Deutschland gingen. Wurde auch dort die Demokratie „weggesperrt“, und die Demonstrationsfreiheit „auf unbegrenzte Zeit suspendiert“?

Und was ist mit Russland und China? Kein kritisches Wort auf der Nachrichtenplattform über die Einschränkungen dort, die in beiden Ländern weit über jene in Deutschland hinausgingen. So durften die Einwohner im chinesischen Wuhan 90 Tage lang nicht einmal ihre Wohnung verlassen! Ein Blick auf die ergriffenen, offensichtlich notwendigen Maßnahmen woanders könnte ja zeigen, dass die Kritik an den deutschen Zuständen maßlos überzogen ist. Deshalb schweigt man auf KenFM darüber.     

Ken Jebsen - ein Linker?

In seinen Videos zeigt sich Jebsen ständig besorgt um seine Familie und seine Kinder. Immer wieder appelliert er an seine Zuschauer, ebenfalls an ihre Kinder und ihre Familien zu denken. Das ist kein unwesentliches Detail, denn es ist Ausdruck des klassisch konservativ-liberalen Weltbildes: Im Mittelpunkt steht der vereinzelte Mensch, höchstens noch seine Familie.

Nie ist bei Jebsen von sozialen Gruppen, schon gar nicht von Klassen die Rede. Dass es in der Corona-Krise aber harte Kämpfe der Lohnabhängigen und ihrer Gewerkschaften um den Schutz vor Ansteckung im Betrieb gab, wird verschwiegen. Unerwähnt bleiben die Kämpfe bei Amazon in Frankreich, in denen es um gesundheitlich sichere Arbeitsplätze ging. Unerwähnt bleibt, dass es die Betriebsräte bei VW und anderen deutschen Automobilproduzenten waren, die auf dem Höhepunkt der Krise das Herunterfahren der Produktion erzwangen, um so Ansteckungen an den Fließbändern zu verhindern. Kein Wort auch zu den skandalösen Arbeits- und Wohnverhältnissen der Arbeiter aus osteuropäischen Ländern in der deutschen Landwirtschaft und in den Schlachthöfen. Der arbeitende, lohnabhängige Mensch interessiert nicht. Es geht ausschließlich um das einzelne Individuum, das die vorübergehende Einschränkung seiner Freiheitsrechte als bodenlose Beleidigung empfindet.

Wenn linkes, sozialistisches Handeln in seinem Kern darauf gerichtet ist, die Gesellschaft, die Gemeinschaft zu achten, zu schützen und zu verbessern, so zielt Ken Jebsen auf das Gegenteil. Leidenschaftlich appelliert er an den Egoismus des Einzelnen, sich nicht einmal an die einfachsten sozialen Regeln zu halten, mit denen man sich und andere vor Ansteckung schützen kann. In seinem Video „Meldet Abweichler“ polemisiert er vehement gegen die Maskenpflicht in Verkaufsräumen, gegen den verlangten Sicherheitsabstand, gegen die Aufforderung, Desinfektionsmittel zu verwenden und natürlich auch gegen die Empfehlung, sich gegen COVID-19 impfen zu lassen, sollte dies eines Tages möglich sein. Ausdrücklich lobt er als Vorbilder die Schweiz und vor allem Schweden, in denen „kaum jemand Mundschutz trage“.[12] Seine Haltung ist Ausdruck eines exzessiven Individualismus, in dem keine Rücksicht auf andere, auf die Allgemeinheit genommen wird. Mit einem Wort: Es fehlt an dem, was eine linke Haltung im Kern ausmacht: Es fehlt an der Solidarität!

In den Videos tritt einem die unverhüllte bürgerliche Egozentrik entgegen, zusammengefasst in der immer wieder und in immer neuer Verpackung präsentierten, aber inhaltlich doch im Kern immer gleichen Aussage: Ich lasse mir von denen da oben nichts sagen! Typisch für diese Haltung ist ein Artikel von Rüdiger Lenz auf KenFM, in dem es unter der Überschrift „Der Mundschutz ist das neue Hakenkreuz“ - allein schon dieser Satz ist eine Zumutung! , heißt: „Nur mit dem Banner, dem Symbol für Gemeinschaft, dem neuen Mundschutzgesetz stellen wir alle nun das Wir über jedes Ich.“ [13] Es ist daher alles andere als ein Zufall, dass es heute die AfD ist, die am lautesten fordert: „Schluss mit der Masken­pflicht“.[14]

Allein schon diese banale Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes in bestimmten Umgebungen – in asiatischen Gesellschaften seit eh und je selbstverständlich - ist also unerträglich. Noch unerträglicher ist es, eine App auf dem Smartphone zu installieren, damit zumindest die Chance besteht, sich und andere vor einer Infektion zu schützen. Auch davor warnt natürlich Jebsen.[15] Und eine mögliche Impfung gegen das Virus wäre der Gipfel der Zumutung. Dass Impfungen gegen Infektionen in erster Linie dem Schutz anderer dienen, zählt nicht. Das schöne Wort „Volksgesundheit“ wird in solchen Kreisen gern dem Vokabular des NS-Regimes zugeordnet, dabei entstammt es doch der Arbeiterbewegung.

Diese Haltung ist es, die der chinesische Staatspräsident Xi Jinping meinte als er erklärte, Europa sei wegen seines „Narzissmus“ innerhalb kürzester Zeit das weltweite Zentrum der Pandemie geworden. Als Ausdruck grenzenlosen Narzissmus kann man überhaupt vieles bezeichnen, was auf KenFM gezeigt und geschrieben wird. Der Begriff ist das Schlüsselwort für das Verständnis des Denkens und Handelns dort!

Ein wichtiger Hinweis auf den politischen Standort Jebsens findet sich in seinem Video „Ken Jebsen fordert härtere Maßnahmen“. Darin polemisiert er gegen Angela Merkel: „Ich liebe Angela Merkel (…). Diese Frau versteht wirklich was von Demokratie. Das liegt einfach daran, dass sie aus einem Land kommt, wo das Wort Demokratie schon im Namen drin war: Deutsche Demokratische Republik. Das hat sie gelernt, wie man eben regiert. Und das setzt sie fort.“[16] Er bedient hier den üblichen Antikommunismus.

In seinem Video „Gesicht zeigen“[17] setzt Jebsen sogar die DDR mit dem Faschismus gleich. Darin fragt er sich, wie die Machtübernahme durch die Nazis möglich war: ‚Wie konnte uns denn das passieren, wir die Dichter und Denker.“ Seine Antwort: „Weil wir eben nicht zu Ende denken und uns auch keinen Vers drauf machen können, weil wir eben nicht ganz dicht sind. Und deswegen, weil uns das nicht nur damals passiert ist und weil uns etwas Ähnliches dann in der DDR passiert ist, mit Stacheldraht, wo sich Deutsche gegen Deutsche gegeneinander abgeschottet haben und aufeinander geschossen haben, könnte das uns ein drittes Mal passieren.“

Ken Jebsen – ein Antifaschist?

Aber ist er zumindest ein Antifaschist? Die Beschwörung einer neuen faschistischen Gefahr ist auf KenFM allgegenwärtig. Man könnte daher meinen, dass das nach eigener Darstellung „freie Presseportal“ zumindest eine seiner Aufgaben im antifaschistischen Kampf sieht. Doch hier geht es längst nicht mehr um die Warnung vor einem neuen Faschismus, für Ken Jebsen ist er bereits Realität. In seinem Video “Corona-Diktatur? Machtergreifung im Deckmantel der Volksgesundheit?[18] setzt er die Verhältnisse von 1933 und heute gleich, in dem er dort theatralisch im Flüsterton fragt: „Wie hat es angefangen?“ und antwortet darauf sogleich selbst: „Es war so wie jetzt, genauso“. Doch dann macht er einen „Unterschied“ zwischen damals und heute und setzt dabei noch eins drauf: „1943 oder bis 1945, während der Bombennächte, da durften die Leute tagsüber noch raus. Da gab es keine Ausgangssperre.“

Zunächst: In der Zeit des Lockdowns gab es – im Unterschied zu anderen Ländern – in Deutschland zu keinem Zeitpunkt eine Ausgangssperre. Hier haben wir es also erneut mit einer Geschichte zu tun. Und was die Gleichsetzung mit dem Faschismus bzw. die Behauptung angeht, dass damals zumindest keine Ausgangssperre verhängt wurde, so ist dies eine klassische Relativierung des wirklichen Faschismus. Ein unbedarfter heutiger Zeitgenosse, und davon gibt es leider viele, kann daraus nur zu leicht den Schluss ziehen, dass der Faschismus ja gar nicht so schrecklich gewesen sein muss, gleicht er doch den heutigen Verhältnissen. Dies ist aber eine gefährliche Verharmlosung der Grauen der NS-Zeit.

Ken Jebsen – publizistisches Sturmgeschütz der neoliberalen „Lockerer“

Die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie waren noch nicht einmal eine Woche in Kraft, da erschien im neoliberalen Wirtschaftsteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) unter der bezeichnenden Überschrift „Geld oder Leben“ ein Artikel, in dem bereits über die Aufhebung der Maßnahmen nachgedacht wurde: „Seit bald zwei Wo­chen steht das Wirt­schafts­le­ben in Deutsch­land weit­ge­hend still, und im­mer deut­li­cher zeich­net sich ab, wel­che enor­men wirt­schaft­li­chen Schä­den die Schutz­maß­nah­men ge­gen das Co­ro­na­vi­rus nach sich zie­hen. (...). Recht­fer­tigt der Schutz ei­ner be­stimm­ten Be­völ­ke­rungs­grup­pe, für die das Vi­rus le­bens­be­droh­lich ist, er­heb­li­che Tei­le der Ge­sell­schaft in wirt­schaft­li­che Exis­tenz­ängs­te zu stür­zen?“

Verwiesen wurde auf Stimmen, die einen Lockdown ablehnen: „Der ame­ri­ka­ni­sche Prä­si­dent Do­nald Trump, der frü­he­re Gold­man-Sachs-Ma­na­ger Alex­an­der Di­be­li­us, der Öko­nom Thomas Straub­haar: Sie al­le ha­ben in den ver­gan­ge­nen Ta­gen deut­lich ge­macht, dass sie den Preis der Schutz­maß­nah­men für zu hoch hal­ten, dass es aus ih­rer Sicht bes­ser wä­re, nur hoch­be­tag­te oder durch schwe­re Vor­er­kran­kun­gen ge­schwäch­te Men­schen zum Zu­hau­se­blei­ben auf­zu­ru­fen. Die Me­di­zin sei schlim­mer als die Krank­heit, so sieht es nun auch Trump. Er warnt: Auch ei­ne Re­zes­si­on wer­de zu vie­len To­ten füh­ren. (...) Auch die jähr­li­che Grip­pe­wel­le mit vie­len tau­send To­des­fäl­len, im Win­ter 2017/2018 so­gar 25.000, kam und ging bis­lang oh­ne staat­li­che Ein­grif­fe.“

Schließlich wurde im Artikel gefragt, ob Großbritanniens Pre­mier­mi­nis­ter Bo­ris Johnson nicht doch richtig gelegen habe, als er sich gegen den „Shutdown der Wirt­schaft“ ge­wehrt hatte. Diese Frage hatte sich aber wenig später erledigt: Großbritannien schwenkte auf den Kurs fast aller übrigen Staaten der Welt ein und verordnete seiner Bevölkerung eine rigide Kontaktbeschränkung. Da war es aber bereits zu spät: Mit bisher 44.220 Toten (Stand 06.07.2020) ist Großbritannien das von der Corona-Krise am Schlimmsten betroffene Land Europas. Auch Donald Trump ist inzwischen kleinlauter geworden. Als Verweigerer harter Einschnitte blieben nur noch Schweden und Brasilien unter Präsident Jair Bolsonaro übrig, für den die Pandemie bekanntlich nur „ein Grippchen“ ist. [19]      

Dieser FAZ-Artikel sollte der Auftakt einer sich von Woche zu Woche steigernden Kampagne gegen den Lockdown sein. In einem Interview nur einen Tag nach Erscheinen des Artikels griff der FDP-Vorsitzende Christian Lindner dessen zentrale Argumente auf und mahnte eine baldige Rückkehr zur „Normalität“ an.[20] Zu Lindner gesellte sich bald der Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Armin Laschet. In der Zeitung Die Welt schrieb er am 29. März 2020 unter der Überschrift „Jetzt müssen wir für die Zeit nach der Krise planen“: „Wir als Politiker sind (…) gut beraten, nicht dem Rausch des Ausnahmezustands und der Tatkraft zu verfallen, sondern auch in dieser Stunde der Exekutive Maß und Mitte zu wahren. (…) Der Satz, es sei zu früh, über eine Exit-Strategie nachzudenken, ist falsch.“[21] Laschet legte sich in seinem Bundesland sogleich ein eigenes Beratungsgremium zu, um den Expertisen aus dem Robert-Koch-Institut und der Berliner Charité eine abweichende Haltung entgegenzusetzen. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck wurde dabei als Gegenspieler zu Christian Drosten von der Berliner Charité aufgebaut. Interessant ist hier, dass auch Ken Jebsen in seinen Videos ausdrücklich mehrfach Streeck lobt und zugleich Drosten scharf angreift.

Auch die AfD, die am Beginn der Pandemie noch strikte Maßnahmen gefordert hatte, sprang auf den Zug der Lockerer auf. Die Vorsitzende ihrer Bundestagsfraktion, Alice Weidel, erklärte auf der Hygiene-Demonstration gegen die Corona-Politik der Bundesregierung Ende Mai in Stuttgart: „Eine Regierung, die glaubt, Grundrechte pauschal einschränken und dann wie einen Gnadenakt scheibchenweise wieder zuteilen zu können, benimmt sich vordemokratisch.“[22]

Am 6. Mai 2020 wurde der immer vehementer erhobenen Forderung nach einer Beendigung des Lockdowns schließlich nachgegeben. Die Ministerpräsidenten der Länder erklärten, gemeinsam mit der Kanzlerin, dass in Zukunft die Bundesländer selbst entscheiden, welche Maßnahmen sie zur Eindämmung von COVID-19 für geeignet halten. Unterschiedlich schnell und weitreichend wurden danach die Einschränkungen im öffentlichen Leben zurückgenommen. Von der nur wenige Tage zuvor ausgesprochenen Warnung Merkels vor „Öffnungsdiskussionsorgien“ war nichts mehr zu vernehmen. In einem Zeitungs-Kommentar hieß es dazu: „Nicht nur im Ver­hält­nis von Bund und Län­dern hat sich in den ver­gan­ge­nen Ta­gen et­was ver­scho­ben, auch die Co­ro­na-Po­li­tik selbst ge­horcht ei­ner an­de­ren, ei­ner li­be­ra­le­ren Rich­tung als noch vor zwei Wo­chen. Dem Bun­des­kanz­ler­amt ist die Rol­le ent­glit­ten, die es da­mals, we­nigs­tens äu­ßer­lich, noch hat­te. Ein­heit­li­che Aus­gangs­be­schrän­kun­gen gibt es nicht mehr.“ [23]

Aufgegeben wurde nicht allein die bis dahin geltende zentralstaatliche Führung in der Bekämpfungsstrategie, sondern auch die weitgehende Kontrolle des Geschehens durch den Staat überhaupt. In der FAZ wurde dies ausdrücklich begrüßt: „Wich­ti­ger aber ist die Rich­tung, in die es geht. Weit mehr als in den ver­gan­ge­nen Wo­chen wird die Epi­de­mie­be­kämp­fung jetzt zu ei­ner Sa­che der Ei­gen­ver­ant­wor­tung der Bür­ger. (…) Nicht mehr der Ge­hor­sam ge­gen­über ei­nem staat­li­chen Schutz­ham­mer zählt, son­dern der Re­spekt vor dem le­bens­be­droh­li­chen Ri­si­ko. Zum Auf­at­men ist es des­halb noch zu früh, aber den­noch ist es an der Zeit zu sa­gen: Mehr Schwe­den wa­gen.“[24] Wobei Schweden hier für den neoliberalen Weg in der Corona-Krise steht.[25] Schweden wird auch von Ken Jebsen in seinen Videos immer wieder als Vorbild genannt. Der auf KenFM regelmäßig publizierende Organisator der sogenannten Hygienedemonstrationen, Anselm Lenz, erklärte sogar, politisches Exil in der schwedischen Botschaft suchen zu wollen.      

Betrachtet man diesen politischen Kontext, so stellen die Videos Jebsens und die entsprechenden Artikel auf KenFM eine publizistische Begleitung der Kampagne der neoliberalen Lockerer dar. Mit seinen in demagogischer Manier vorgetragenen Geschichten, in denen Wahrheit und Unwahrheit unentwirrbar vermengt wird, agiert er bildlich gesprochen als ihr publizistisches Sturmgeschütz.

Ken Jebsen als Profiteur der Corona-Krise

Bereits am 2. April 2020 hatte der Physiker Alexander Unzicker „Das Versagen der alternativen Medien“ in der Corona-Krise beklagt. Er nannte dabei neben dem Onlinemagazin Rubikon auch KenFM.[26] „Highnoon für Irrationalität“ lautete sein Resümee. Seine Kritik verband er zugleich mit der Hoffnung, dass diese Medien bald wieder zur Realität zurückkehren werden.

Doch das ist wenig wahrscheinlich, denn für Ken Jebsen hat sich die Corona-Pandemie als Goldgrube erwiesen. Er selbst spricht davon, dass „die Zugriffszahlen auf KenFM explodiert“ sind.[27] Viele der von der Krise Gebeutelten, der in ihrer Existenz bedrohten Selbständigen und Gewerbetreibenden, der von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit Betroffenen und die mit Schul- und Kitaschließungen Konfrontierten, sind zur leichten Beute seiner Demagogie geworden. Und diese Vielen bringen Geld!

Das Geschäftsmodell von KenFM hat sich in der Krise verändert: Antiimperialistische Texte sind dort selten geworden, an ihre Stelle sind Beiträge von Libertären, Esoterikern, Anthroposophen und Impfgegnern getreten. Selbst ein Artikel über die „weibliche Ejakulation“ findet man inzwischen dort.[28] Gebracht wird, was Klicks verspricht.  

Dem entsprechend hat sich die Zusammensetzung der Konsumenten von KenFM verändert. Macht man sich die Mühe und geht die Kommentare unter den Videos durch, so sieht man dort viel exzessiven Individualismus, viel Hass und Verachtung für alles Gesellschaftliche. Oft ist es eine menschenfeindliche Rede, die hier geführt wird, wie man sie nur von AfD-Anhängern und Reichsbürgern kennt

In dem Artikel „Geschäftsmodell Gates-Gegner“ [29] hat kürzlich die Frankfurter Allgemeine Zeitung den wirtschaftlichen Hintergrund Jebsens ausgeleuchtet: „Ken-FM hat die Corona-Krise gut genutzt, das zeigt ein Blick auf die Zugriffs­zah­len deut­lich. Anfang März hatte sein Youtube-Kanal etwas mehr als 300.000 Abon­nen­ten, inzwi­schen sind es fast 500.000. (…) Von Januar 2012 bis Anfang März dieses Jahres waren alle seine Videos zusam­men gut 100 Millio­nen Mal ange­schaut worden, seit­dem sind weite­re 35 Millio­nen Views dazu­ge­kom­men. Vor der Pande­mie kam der Kanal in guten Wochen auf 600.000 Views, zwischen dem 4. Mai und dem 11. Mai waren es 4 Millio­nen, wie aus Zahlen des Online-Analy­se­un­ter­neh­mens Soci­al­bla­de hervor­geht.“

Ein solcher Erfolg bringt Geld ein: „Ken-FM (betreibt) eine App, mit der das Unter­neh­men auf zwei Wegen Geld verdient: Nutzern wird entwe­der Werbung ange­zeigt, oder sie zahlen 4,99 Euro im Monat, um ein Abo abzu­schlie­ßen. Ein Modell, das für Nach­rich­ten-Apps durch­aus üblich ist. Ken-FM nutzt dabei vor allem Produk­te des Konzerns Google. Über dessen Video­platt­form Youtube dürfte Ken-FM zwar kaum Geld verdie­nen, weil vor oder in den Videos keine Anzei­gen geschal­tet sind. Doch wenn ein Video viral geht, kreiert das Aufmerk­sam­keit, Nutzer landen auf der KenFM-Home­page, oder sie laden sich die App herun­ter. Auch das war in der Corona-Krise erfolg­reich: Vor dem Start der Pande­mie wurde die Andro­id-Versi­on, dem Smart­pho­ne-Betriebs­sys­tem von Google, monat­lich knapp 8.000 Mal herun­ter­ge­la­den, im April schnell­te der Wert auf 36.000 hoch, wie Daten des App-Analy­se­tools Simi­lar­web nahelegen. Die App-Zugrif­fe macht Ken-FM mit Hilfe von Google Admob zu Geld, so steht es in den Daten­schutz­an­ga­ben. Admob steht für 'Mobile Adver­ti­sing' und ist ein Google-Dienst, der Werbe­an­zei­gen inner­halb von Apps anzeigt und einen Teil der Einnah­men an die App-Betrei­ber auszahlt.“

Dank Corona-Krise kann Ken Jebsen inzwischen etablierten Medien Konkurrenz machen: „Wie hoch die Einnah­men sind, die Ken-FM mithil­fe von Google über seine App erzielt, lässt sich nicht genau bezif­fern. Ein Blick auf die Rang­lis­te der umsatz­stärks­ten Nach­rich­ten-Apps in Deutsch­land zeigt aber, dass es das kleine Nach­rich­ten-Start-up in Sachen Online-Umsatz inzwi­schen mit der etablier­ten Medi­en­land­schaft aufneh­men kann: Mitte März noch führte das Analy­se­un­ter­neh­men App-Annie – andere Dienst­leis­ter kommen zu sehr ähnli­chen Ergeb­nis­sen – die Ken-FM-App in der Rang­lis­te sowohl für Apple- als auch für Andro­id-Handys rund um Rang 25. Im Juni lag die App für beide Betriebs­sys­te­me fast durch­gän­gig unter den Top 15, an vielen Tagen sogar unter den Top 10 und damit vor den Ange­bo­ten vieler etablier­ter Zeitun­gen und Medien. Vor allem auf Handys mit Google-Betriebs­sys­tem scheint die App sehr einträg­lich zu sein. Das zeigt der Blick auf die Umsatz-Rang­lis­te in der vergan­ge­nen Woche: An eini­gen Tagen mach­ten nur die Andro­id-Apps der klas­si­schen Medi­en­mar­ken 'Bild', 'Spie­gel', 'Welt' und 'Handels­blatt' mehr Umsatz als Ken-FM.“

Wie gut das Geschäft für Jebsen gegenwärtig laufen muss, zeigt die Tatsache, dass „Sector B“, das Ken Jebsen gehörende Produktionsunternehmen hinter KenFM, in der heutigen Situation, in der andere Medien aufgrund sinkender Werbeeinnahmen Stellen abbauen und Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen, gleich fünf Stellen ausgeschrieben hat.[30]

Mit Demagogie und Falschmeldungen kann man gut Geld verdienen. Aber das wussten wir ja schon vor Ken Jebsen. Die Nachrichtenplattform wirbt indessen weiterhin damit, „crowdfinanziert und unabhängig“ zu sein. „Unterstütze KenFM“ heißt es dort. Und ruft man dort einen Text auf, so sieht man ein Textband: „Wenn Du unsere Arbeit schätzt, sie 'konsumierst' und kontinuierlich verfolgst, wird sie Dir auch etwas wert sein. Unterstütze KenFM.“

 

[1] Das fordert etwa der Vorsitzende des Deutschen Freidenker-Verbandes, Klaus Hartmann, in: Verschwörungen zwischen Theorie und Praxis, Tagesdosis auf KenFM, 03.07.2020

[2] Arnim Regenbogen, Uwe Meyer (Hg.) Wörterbuch der Philosophischen Begriffe, Hamburg 2005, S. 663

[3] Gemeint sind hier vor allem die elf Videos mit Ken Jebsen, die auf KenFM in der Rubrik „nachDenken“ zu finden sind. Deren Gegenstand ist seit Ende März 2020 ausschließlich die Corona-Krise,

[4] Ken Jebsen, Gates kapert Deutschland, 04.05.2020

[5] Weltgesundheitsorganisation – „Eine Geisel potenter Geldgeber“, Thomas Gebauer im Gespräch mit Nana Brink, DLF vom 08.05.2020

[6] Wie finanziert sich die Weltgesundheitsorganisation? In: ZDF-Nachrichten vom 18.05.2020 https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-who-organisation-finanzierung-100.html

[7] Ken Jebsen, Gates kapert Deutschland, a.a.O.

[8] Ken Jebsen, Corona-Diktatur? Machtergreifung im Deckmantel der Volksgesundheit? 27.03.2020, https://kenfm.de/corona-diktatur-machtergreifung-im-deckmantel-der-volksgesundheit/

[9] Ken Jebsen, Corona, Cops & Quarantäne. Wann wird Befehlsverweigerung zur Pflicht? 11.04.2020,  https://kenfm.de/corona-cops-quarantaene-wann-wird-befehlsverweigerung-zur-pflicht/

[10] Artikel 19 Grundgesetz bestimmt:
(1) Soweit nach diesem Grundgesetz ein Grundrecht durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes eingeschränkt werden kann, muss das Gesetz allgemein und nicht nur für den Einzelfall gelten. Außerdem muss das Gesetz das Grundrecht unter Angabe des Artikels nennen.
(2) In keinem Falle darf ein Grundrecht in seinem Wesensgehalt angetastet werden.

[11] Verschiedene linke Verfassungsrechtler haben freiheitseinschränkende Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 als auch Gerichtsurteile dazu bewertet. Vgl. etwa Peter Vonnahme, Corona: Rechtsstaat auf dem Prüfstand, in: Telepolis vom 21.04.2020, siehe auch Ronald Pienkny, Corona und die Freiheitsrechte, in: Marxistische Blätter 4_2020, S. 106 ff.

[12]Ken Jebsen, Meldet Abweichler, 22.06.2020

[13] Rüdiger Lenz, Der Mundschutz ist das neue Hakenkreuz, in: KenFM Tagesdosis, 22.04.2020

[14] Berliner Maskenball, in: FAZ vom 04.07.2020

[15] Ken Jebsen, Meldet Abweichler, ebenda

[16] Ken Jebsen, Ken Jebsen fordert härtere Maßnahmen, 01.06.2020

[17] Ken Jebsen, Gesicht zeigen, 22.04.2020

[18] Ken Jebsen, Corona-Diktatur – Machtergreifung im Deckmantel der Volksgesundheit, a.a.O.

[19] Geld oder Leben, in: FAZ vom 26.03.2020 Vgl. dazu auch Andreas Wehr, Geld oder Leben - Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung eine Diskussion über das schnelle Ende der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie erfand

[20] Vgl. Besprechung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 22.03.2020

[21] Armin Laschet, Jetzt müssen wir für die Zeit nach Corona planen, in: Welt vom 29.03.2020

[22] Wie die AfD Corona-Demos instrumentalisiert, in: ZDF Politik vom 24.05.2020

[23] Mehr Schweden wagen, in: FAZ vom 07.05.2020

[24] Ebenda

[25] Der Preis, den die schwedische Bevölkerung und hier vor allem alte und mit Vorerkrankungen belastete Menschen dafür tragen, ist allerdings hoch. Eine Anfang Mai 2020 vorgenommene Zählung der Infektionen und der an COVID-19 Gestorbenen fällt für Schweden im Vergleich mit den Nachbarländern Dänemark und Norwegen deprimierend aus: „In Norwegen mit seinen 5,3 Millionen Einwohnern gibt es bislang 8.034 bestätigte Infektionen (…) und 218 Tote. In Dänemark sind es bei 5,8 Millionen Einwohnern 10.218 Infizierte und 522 Tote. Schweden hat mit seinen 10,2 Millionen Einwohnern (…) 25.265 Infektionen und 3.175 Tote gemeldet.“ aus: Die Grenzen bleiben zu, in: FAZ vom 09.05.2020. Nur Großbritannien, Spanien und Italien beklagen mehr Tote pro 100.000 Einwohner. Vor Schweden liegt auch Belgien, doch in diesem Land wird eine andere Zählweise als in allen übrigen europäischen Ländern angewandt. Hier werden sämtliche, auch nur in einem mittelbaren Zusammenhang mit Corona-Ausbrüchen – etwa in einem Altenheim – Gestorbenen, als Corona-Tote mitgezählt. Inzwischen ist die Zahl der an bzw. mit COVID-19 in Schweden Gestorbenen (Stand: 06.07.2020) laut dem European Centre for Disease Control auf 5.420 gestiegen. Zum Vergleich: Deutschland beklagte zum gleichen Zeitpunkt 9.016 Tote. Doch Deutschland hat etwa 83 Millionen Einwohner, Schweden hingegen nur wenig mehr als 10 Millionen, was bedeutet, dass unter schwedischen Verhältnissen in Deutschland etwa 43.000 Menschen an COVID-10 gestorben wären.    

[26] Alexander Unzicker, Das Versagen der alternativen Medien, in: Telepolis, 02.04.2020

[27] Ken Jebsen, Offline ist das neue Bio, 30.06.2020

[28] Sean Herschel, Die weibliche Ejakulation, 04.07.2020

[29] Geschäftsmodell Gates-Gegner, in: FAZ vom 15.06.2020

[30] Ebenda

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